DIENSTAG | MITTWOCH  I  DONNERSTAG

9.00–9.30

Ankommen

Ort: TBA

9.30–11.00

Session 5: Diamond und Fair

Ort: Aula
Moderation: Andrea Hacker

 

Technische Standards für professionellen institutionellen Open Access“ - Erste Ergebnisse und Ausblick

Xenia van Edig1, Clara Armengou2, Mikael Laakso3

1Technische Informationsbibliothek (TIB), Germany; 2DOAJ; 3Hanken School of Economics

Der Vortrag präsentiert zentrale Ergebnisse des EU-Projekts CRAFT-OA. Wir stellen technische Standards/best practices vor, die relevant für zeitgemäßes Diamond-Open-Access-Publizieren sind. Außerdem gehen wir auf die aktuellen Schwierigkeiten bei der Implementierung ein und präsentieren Ansätze zum Umgang mit ihnen.

Das von der EC geförderte Projekt CRAFT-OA (Creating a Robust Accessible Federated Technology for Open Access) mit 23 Projektpartnern aus vielen europäischen Ländern hat zum Ziel, die diverse Landschaft institutionell getragener und im Diamond-Modell publizierter Open-Access-Zeitschriften zu konsolidieren und die Publikationen resilienter zu gestalten. Dabei stehen technische Aspekte im Vordergrund. Work Package 3 (WP3) beschäftigt sich mit der Identifizierung von (technischen) Standards im Sinne von publishing best practises sowie mit der Erstellung von Trainingsmaterialen für Betreiber:innen von institutionellen Publikationen. In diesem Zusammenhang hat WP3 bereits zwei Berichte erstellt. Im “Report on Standards for Best Publishing Practices and Basic Technical Standards, Inspired by the FAIR principles” wurden Empfehlungen aus diversen Dokumenten (Plan S, DOAJ, EQSIP v1, OpenAIRE, EOSC) zusammengetragen und entlang der FAIR principles organisiert. Im „Report on Challenges and Help Measures Faced by OA Journals and Platforms” wurde im Rahmen einer gap analyes analysiert, welche dieser Standards von Publikationsplattformen und Zeitschriften nicht umgesetzt werden. Um diese Lücken zu identifizieren wurden verschiedene Datenquellen herangezogen, z.B. ein DOAJ-Datensatz zu abgelehnten Bewerbungen, die Open Access Diamond Journal Study sowie Informationen aus dem Projekt „Developing Institutional Open Access Publishing Models to Advance Scholarly Communication“ (DIAMAS). Momentan ist WP3 dabei, die erwähnten Trainingsmaterialien zu erstellen und im Folgenden in verschiedenen Formaten bereitzustellen bzw. Trainings durchzuführen.

 

Neue Infrastruktur für Diamond OA

Sona Lisa Arasteh-Roodsary1,3,4, Elio Pellin2,3

1Max Weber Stiftung; 2Universitätsbibliothek Bern; 3CRAFT-OA; 4DIAMAS

Die beiden EU-Projekte DIAMAS und CRAFT-OA arbeiten am Aufbau einer neuartigen Infrastruktur für Diamond Open Access (OA) publishing, die die technischen und organisatorischen Bedingungen für Diamond OA entscheidend verbessern und Kompetenzen bündeln werden.

Der Vortrag zeigt, wie beide Projekte die nationale und internationale Diamond OA community über lokale, nationale Capacity Centres und einen europäischen Capacity Hub vernetzen und unterstützen - und in diesem Kontext eine „Global Federation for Diamond Open Access“ aufbauen.

Die Capacity Centres stellen "First-Line"-Hilfe für Zeitschriften bereit: Tools, Dienstleistungen, Schulungen und Support. In verschiedenen europäischen Ländern (z.B. Niederlande, Schweiz, Deutschland) laufen bereits Vorbereitungen für solche Capacity Centres. Der europäische Capacity Hub koordiniert die Capacity Centres auf europäischer Ebene. Er ist zuständig für die Entwicklung gemeinsamer Ressourcen, die Organisation des Wissensaustauschs, und die Suche nach Synergieeffekten. Zudem vertritt der Capacity Hub das europäische Diamond Publishing auf globaler Ebene.

Konkret stellt DIAMAS über den europäischen Capacity Hub etwa Trainingsmaterialen, Qualitätsstandards, Ressourcen für die Nachhaltigkeit und eine Toolsuite bereit. CRAFT-OA wird über den Capacity Hub unter anderem ein technisches Living Handbook, neue OJS-Plugins und einen Diamond Discovery Hub für die bessere Sichtbarkeit von Diamond Journals bereitstellen.

Speziell eingehen wird der Vortrag auf zentrale Dienstleistungen und Infrastrukturen, die dafür aufgebaut werden: den Diamond Discovery Hub und die Toolsuite.

Die Toolsuite bietet strukturiert aufbereitete Informationen und Links zu Ressourcen, die institutionellen Publikationsdienstleistern (IPSPs) bei der Aufrechterhaltung und Verbesserung ihrer Tätigkeiten und Services helfen. Insbesondere stellt sie Anleitungen zur Verfügung für die Umsetzung der neuen Qualitätsstandards (Extensible Quality Standard for Institutional Publishing, EQSIP).

Der Diamond Discovery Hub ist eine Infrastruktur, die die Sichtbarkeit von Diamond Zeitschriften erhöht. Er verknüpft die Informationen aus vertrauenswürdigen Quellen und gleicht sie ab mit den Anforderungen von wichtigen Aggregatoren und Indexen. Das Indexieren wird so einfacher und transparenter und soll so weit wie möglich automatisiert werden.

 

Definieren, identifizieren, fördern. Fair-OA-Aktivitäten monitoren

Michaela Voigt, Elena Di Rosa

Technische Universität Berlin, Universitätsbibliothek

Wie verlieren wir das strategische Ziel einer fairen, wissenschaftsgetragenen Open-Access-Transformation in Zeiten der Verstetigung von Publish-and-Read-Verträgen, bei denen die Transformationsabsicht häufig blass bleibt, nicht aus dem Blick? Mit der Etablierung eines festen Fair-OA-Fonds schlagen wir an der TU Berlin einen neuen Weg ein. Inhaltlich orientieren wir uns an der Definition der Fair Open Access Alliance (wissenschaftsgeleitet, Rechtevorbehalt der Autor*innen, Open-Access-Publikation ohne Gebühren für Autor*innen, Kostentransparenz) und stellen Initiativen und Projekte in den Fokus, die nicht profitorientiert handeln.

Bei Fair Open Access finanzieren wir häufig nicht die Publikationstätigkeit – wir wollen strukturell fördern, d.h. Infrastrukturen und Initiativen aus der Wissenschaft unterstützen. Ziel eines vorbereitenden Fair-OA-Monitorings kann dabei nicht sein, nur die Publikationstätigkeiten von Forschenden einer Einrichtung zu erfassen, die in Zeitschriften ohne Publikationsgebühren publizieren. Vielmehr müssen wir die verschiedenen Rollen im Publikationsgeschäft berücksichtigen und das Open-Access-Monitoring erweitern. Wissenschaftler*innen sind Autor*innen, sie haben jedoch auch andere Rollen inne (Herausgeber*in, Reviewer*in, Editorial Board u.Ä.), die bei einer publikationsfokussierten Finanzierung durchs Raster fallen.

Am Anfang einer gezielten Förderung von Fair OA steht daher eine breitere Bestandsaufnahme für die TU Berlin, gefolgt von der (Weiter-)Entwicklung von Förderkriterien. Wir stellen die Ergebnisse der Analyse von Publikationsinitiativen vor, bei denen TU-Angehörige eine gestaltende Rolle einnehmen. Wir reflektieren die Auswirkungen auf das Förderhandeln im Rahmen des Fonds und liefern Impulse für die Etablierung von Förderkriterien für die Finanzierung von fairem Open Access.

 

Session 6: Diamond und Finanzierung

Ort: Hörsaal 69
Moderation: Ralf Depping

Hemmnis Haushaltsrecht? Diamond-OA-Finanzierung zwischen Wirtschaftlichkeit, Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie

Evin Dalkilic

Verfassungsblog, Germany

Article Processing Charges (APCs) stehen heute im Verständnis vieler synonym für die Finanzierung wissenschaftlicher Publikationen im Open Access (OA): Nicht die Leser*innen zahlen für den Zugang zu den Veröffentlichungen, sondern die Autor*innen, die die Kosten dann bestenfalls an ihre Bibliothek weiterreichen können. Diamond OA kommt hier als Gegenmodell ins Spiel und steht seit Kurzem im Fokus von Forschungsförderung und OA-Initiativen. Seinem grundlegenden Verständnis nach zahlen weder Autor*innen noch Leser*innen für die Publikation. Wissenschaftliche Bibliotheken und Einrichtungen sind aber auch in diesem Modell häufig Anlaufstelle, um solche vollkommen frei zugänglichen Publikationen zu finanzieren. Sie unterliegen als Körperschaften des öffentlichen Rechts bei der Mittelverausgabung allerdings (verfassungs)rechtlichen Bindungen, insb. dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, der sicherstellen soll, dass öffentliche Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Teilweise halten Einrichtungen die Finanzierung von Diamond-OA-Publikationen mit diesem Grundsatz für unvereinbar, schließlich können Autor*innen und Leser*innen von diesen Publikationen Gebrauch machen, ohne dass eine Mittelverausgabung notwendig wird. Eine vertiefte rechtliche Auseinandersetzung mit dieser Frage fehlt bislang, was auf allen Seiten Rechtsunsicherheit schafft. Das erschwert nicht nur die Abkehr von APCs, sondern gefährdet auch die Bibliodiversität wissenschaftlichen Publizierens.

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt arbeitet der Verfassungsblog rechtswissenschaftlich auf, ob und wie wissenschaftliche Bibliotheken und Einrichtungen Diamond OA rechtssicher finanzieren können. In dem Vortrag sollen erste Erkenntnisse vorgestellt werden. Der Schwerpunkt liegt darauf, die haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen darzustellen, die sich aus dem Grundgesetz und den Gesetzen des Bundes und der Länder ergeben, die Rechtsstellung und -bindung wissenschaftlicher Bibliotheken zu beleuchten und mögliche Grenzen vermeintlich starrer Wirtschaftlichkeitsanforderungen auszuloten, die sich aus der verfassungsrechtlich garantierten Wissenschaftsfreiheit und der Autonomie der Hochschulen ergeben können.

 

Gemeinsam, frei & fair - Modelle des gemeinwirtschaftlichen Open-Access-Publizierens

Lena Marie Henkes1, Marcel Wrzesinski1,2

1Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft; 2Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (Humboldt-Universität zu Berlin)

In den vergangenen Jahren sind gemeinwirtschaftlich getragene, gebührenfreie Modelle (Diamond Open Access) des Publizierens den etablierten, kommerziellen Geschäftsmodellen wissenschaftlichen Publizierens entgegengetreten. Wir verstehen darunter Modelle, bei denen sich unterschiedliche Akteur*innen zusammentun, gemeinsame Entscheidungen treffen und unter fairen Bedingungen Wissen an die Öffentlichkeit bringen. Das BMBF-geförderte Projekt “Erwerbungslogik als Diamond Open Access Hindernis” (ELADOAH) erhebt in der ersten Forschungsphase, welche gemeinwirtschaftlichen Förder- und Trägerstrukturen für gebührenfreies Diamond Open Access es national und international bereits gibt oder im Aufbau begriffen sind.

Der Vortrag stellt die Forschungsergebnisse aus dem ersten Projektjahr exklusiv vor. Basierend auf den Ergebnissen einer Literaturanalyse geben wir zunächst einen Überblick über gegenwärtige gemeinwirtschaftliche Modelle wissenschaftlichen Publizierens. Die Auswertung einer Interviewstudie mit Open-Access-Professionals (wissenschaftliche Bibliotheken, OA-Verlage, OA-Initiativen, Fachvertretungen und Forschungsförderung) gibt Einblicke in die Finanzierungs- und Organisationsweisen gemeinwirtschaftlicher Publikationsinfrastrukturen in Deutschland, die gesammelten Erfahrungen und identifiziert die Bedarfe unterschiedlicher Stakeholder. Obwohl die Analyse von Literatur und Interviews erst im Juni 2024 abgeschlossen sein wird, lässt sich bereits festhalten, dass die fehlende Transformationsfähigkeit und Intransparenz großer Verlage sowie das generelle System der Wissenschaftsevaluation zentrale Herausforderungen für gemeinwirtschaftliche Modelle darstellen. Aber, so zeigen die Daten schon jetzt, auch Forschende stehen in der Verantwortung, ihr Wissen hinsichtlich Open Access zu erweitern, damit gemeinschaftliches Publizieren gelingen kann. Zudem reicht es nicht aus, lediglich mehr Geld für neue OA-Initiativen und Projekte zu fordern. Vielmehr ist eine bessere Verteilung bereits existierender Mittel, deren effektiver Einsatz und der generelle Abbau bürokratischer Hürden erforderlich.

Der Vortrag richtet sich an OA-Professionals aus Bibliotheken, Verlagen, Fachvertretungen und OA-Initiativen. Ziel des Vortrags ist es, einen Beitrag zum Begriffsverständnis und zu den Rahmenbedingungen für gemeinwirtschaftliches Publizieren zu leisten. Dabei zeigt unser Vortrag, wie digitale Souveränität und publizistische Nachhaltigkeit im Modell des gemeinwirtschaftlichen Publizieren zusammenwirken können.

 

Alle wollen Open Access, aber nicht alle setzen sich durch.

Sarah Dellmann

Technische Informationsbibliothek (TIB), Germany

Nationale und internationale Förderorganisationen, Hochschulleitungen und die HRK, Hochschulen und ihre Verbände auf diversen Kontinenten, Infrastruktureinrichtungen, Behörden und Regierungen in Bund und Ländern unter Koalitionen aller couleur, die UNESCO, Forscher*innen, Fachgesellschaften und Praktiker*innen, kommerzielle Großverlage und Grassroot-Initiativen: Alle wollen Open Access. Selbst Disziplinen und Verlage, die längere Zeit zurückhaltend waren, widmen sich nun dem Thema.

Bei einer solchen Einigkeit – so sollte man meinen – wird das gemeinsame Ziel schnell erreicht. Aber die Transformation scheint nicht in näherer Zukunft abgeschlossen zu sein. Wo stockt es?

Open Access, so Ausgangspunkt dieses Beitrags, wird von diversen Stakeholdern unterschiedlich definiert und aus unterschiedlichen, sich teils widersprechenden Motivationen verfolgt. Dieser Beitrag nimmt daher die Stakeholder und ihre Motivation unter die Lupe und zeigt, an welchen Stellen der vermeintliche Konsens eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessen und Zielen erschwert - und wem es mehr und wem es weniger gelingt, eigene Interessen unter dem Label „Open Access“ durchzusetzen. Denn auch unter Wissenschaftler*innen und Studierenden als Hauptzielgruppen unserer Services gibt es teils sehr unterschiedliche Vorstellungen von guter Informationsversorgung.

Dieser Beitrag ist eine Ermunterung, die Steuerungswirkung bibliothekarischer Entscheidungen bewusster wahrzunehmen und die eigene Arbeit im wissenschaftspolitischen Feld einzuordnen: Letztlich sind keine unserer Entscheidungen „neutral“, jede Entscheidung über die Verwendung von Erwerbungsetats ist immer auch eine wissenschaftspolitische Entscheidung.

Erst, wenn uns klar ist, wo wir nicht einer Meinung sind, so meine Überzeugung, können wir uns als Bibliotheksmitarbeiter*innen, Wissenschaftler*innen und Publikationsdienstleistende klar für Ziele, daraus abgeleitete Strategien und, wo nötig, Kompromisse entscheiden.

 

Workshop 9: Pledging, Diamond und Co. – Wie können Bibliotheken alternative Modelle unterstützen?

Ort: Raum 149
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Margit Dellatorre1, Samuel Nussbaum2,& Daniela Hahn1

1University of Zurich, Switzerland; 2Zentralbibliothek Zürich, Switzerland

Immer mehr Initiativen zur Finanzierung von Diamond Open Access Zeitschriften, Büchern und offenen Infrastrukturen suchen finanzielle Unterstützung durch Bibliotheken. Selbst wenn Bibliotheken diese Initiativen und damit den Aufbau eines nachhaltigen wissenschaftlichen Publikationssystems sowie eines ausgewogenen Informationsbudgets theoretisch gerne unterstützen möchten, fehlt es in der Praxis oft an Argumenten, Kriterien, Rahmenbedingungen und Workflows, dies zu tun.

Im Workshop möchten wir zunächst in kleineren Arbeitsgruppen diskutieren, welche Wege und Kriterien Bibliotheken bereits gefunden haben, um solche Initiativen zu unterstützen und welche Gründe sie dafür haben.

In einem zweiten Schritt möchten wir Informationen und Entscheidungskriterien zusammenstellen, die Mitarbeitenden an Bibliotheken bei der Umsetzung einer Unterstützung alternativer Modelle helfen sollen. Dabei stellen wir uns folgende Fragen:

  • Wie können solche Anfragen innerhalb der Institution koordiniert werden?
  • Wer sind die involvierten Personen/Abteilungen an den Bibliotheken?
  • Wer trifft die Entscheidung auf Basis welcher Kriterien?
  • Welche Prozesse und Kriterien gibt es jetzt bereits?
  • Welche Finanzierungswege gibt es?
  • Wie werden die Entscheide dokumentiert?
  • Was hat sich bewährt und was müsste in Zukunft verändert werden?

Diese Informationen sollen nach dem Workshop in Form einer Handreichung publiziert werden.

Der Workshop richtet sich vor allem an Vertreter:innen von und Mitarbeitenden in wissenschaftlichen Bibliotheken.

 

Workshop 10: Open Communication - Wie kommunizieren Bibliotheken mit ihren Forschenden über DEAL und Openwashing

Ort: Raum 154
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Juliane Brosowsky1, Claudia Frick2, Simon Glasmacher3, Katharina Schulz4Florian Strauß5

1Freie Universität Berlin, Germany; 2Technische Hochschule Köln, Germany; 3Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle, Germany; 4Fachhochschule Potsdam, Germany; 5Technische Universität Clausthal, Germany

Vor der Bekanntgabe der ersten DEAL-Verträge 2019 war die Euphorie in der bibliothekarischen Community noch groß. Transformationsverträge standen für viele für den seit der Budapest-Erklärung herbeigesehnten Übergang zu reinen Open-Access-Publikationsmodellen. Vier Jahre später wurden die neu verhandelten DEAL-Verträge von deutlich lauterer Kritik begleitet – von Forschenden und Bibliotheken.
Themen wie Science Tracking, steigende Artikelgebühren und die andauernde Fixierung auf Metriken wie den Journal Impact Factor führen zu einer insgesamt komplexen Gemengelage von Missständen. Wie kann trotz dieser Umstände eine offene Kommunikation zwischen Bibliotheken und Forschenden gelingen, die weder dem Openwashing noch der Dystopie verfällt? Openwashing meint hierbei die Beschönigung von Modellen und Verträgen, die den Idealen von Open Access nicht gerecht werden, eine Kritik, der sich z. B. die neu verhandelten DEAL Verträge stellen müssen.
Als Open-Access-Beauftragte gilt es häufig, das Wollknäuel der unbeherrschbaren Komplexität von Verträgen und Metriken besonders im Hinblick auf wissenschaftliche Karrieren in Einzelgesprächen mit Forschenden zu entwirren - eine Herkulesaufgabe. Kommunikation, die Fehlentwicklungen nicht beschönigt, aber zeitgleich die Idee Open Access nicht überschattet, fällt mit Blick auf das Geschäftsgebaren der großen Verlage und der Trägheit des Wissenschaftssystems jedoch immer schwerer bzw. erscheint zuweilen unmöglich.
Aus diesen Gründen wollen wir mit bis zu 30 Personen, die Open-Access-Inhalte an Forschende vermitteln, Ideen sammeln, wie ohne Openwashing und Dystopien Forschende informiert und für Open Access motiviert werden können.
Hierfür soll nach einem kurzen Input in drei Runden in Kleingruppen eine Strategie entwickelt werden, indem negative Ansätze gesammelt, positive daraus abgeleitet und eine passende Umsetzung erdacht werden. Abschließend werden die Ergebnisse der Kleingruppen der gesamten Gruppe vorgestellt und eine resultierende Vorgehensweise abgestimmt. Eine Dokumentation der Ergebnisse wird durch Fotoprotokolle und im Idealfall einer Skizze der erarbeiteten Strategie erfolgen und mindestens an die Teilnehmenden verteilt.

 

Diskussion im Fishbowl-Format: Wie beeinflusst der DEAL die deutsche Publikationslandschaft? Publikationsdienstleister:innen im Austausch

Ort: Raum 158

Moderation: Petra Labriga
Folgende Diskutant:innen haben bislang zugesagt:

Anke Beck, Frontiers
Gunther Eysenbach, JMIR Publications
Jörg Persch, Amsterdam University Press
Wolfgang Benedict Schmal, TU Ilmenau
Miriam von Maydell, Verlag Barbara Budrich

Wissenschaftsgeleitetes Publizieren hat viele Formen: Ob Gold OA Verlag, Society Journal oder Publikationsplattform, alleTeilnehmenden am Publikationsmarkt werden sich einen schrumpfenden Teil des Publikations- bzw. Informationsbudgets an Institutionen teilen müssen. Neue Diamond-Modelle sind in Planung. Wie sehen die Beteiligten ihre Situation in Jahr 1 des neuen DEALS und welche Annahmen treffen sie für die nähere Zukunft? Was unterscheidet, was eint sie? Was sehen sie als Chancen, was als Herausforderungen?

Es werden Vertreter:innen verschiedener Publikationsorte zu Wort kommen, von größerem Generalist bis kleinem, hoch spezialisierten OA Verlag über Publikationsprojekte und University Press bzw. Publikationsplattform.

 

11.00–13:00

Kaffeepause mit Übergang zur Postersession und dem Toolmarktplatz

Ort: TBA

 

Postersession

Voting: TBA

Ort: Raum 248

 

Offener Zugang zum Grundgesetz (OZUG)

Nikolas Eisentraut1,2
Organisation(en): 1: Leibniz Universität Hannover; 2: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Das Poster stellt das BMBF-geförderte Projekt OZUG vor, bei dem die Rahmenbedingungen für öffentlich zugängliche und reputationsförderliche rechtswissenschaftliche Open-Access-Publikationen anhand einer ersten Open-Access-Grundgesetzkommentierung untersucht werden. Ziel des Projektes ist die Erforschung der Anforderungen und Bedarfe an responsive Open-Access-Umgebungen für rechtswissenschaftliche Publikationen.

Das Projekt verfolgt einen interdisziplinären Ansatz: Zunächst wird unter der Leitung von Prof. Dr. Nikolas Eisentraut der Wissensbestand zum Grundgesetz als bedeutsamster Normenbestand der Bundesrepublik in einen frei verfügbaren und offen lizenzierten (CC BY-SA 4.0) über das Internet zugänglichen Kommentar überführt. Die Kommentierungen sollen die wesentlichen Gehalte der Verfassung in einer für die Allgemeinheit zugänglichen und verständlichen Weise aufbereiten, um rechtswissenschaftliche Diskurse für breitere Bevölkerungsschichten zu öffnen. Das Projekt hat bereits Fortschritte gemacht: Es konnte ein paritätisch besetztes Herausgeber:innengremium aus Rechtswissenschaftler:innen einer frühen Karrierephase zusammengestellt werden (Prof. Dr. Nikolas Eisentraut, Dr. Jonas Botta, Prof. Dr. Friederike Gebhard, Prof. Dr. Hannah Ruschemeier) und es wurden knapp 70 Autor:innen für eine Mitarbeit an dem Kommentar gewonnen, die sich zumindest in der Postdoc-Phase befinden. Seit März 2024 läuft die Schreibphase der einzelnen Kommentierungen. Zum Ende der Projektlaufzeit soll ein wissenschaftlich fundierter Kommentar fertiggestellt sein, der die Idee des Open Access in der Rechtswissenschaft etabliert und zugleich einen Bürger:innenkommentar darstellt.

Weiterhin widmet sich das Projekt aus sozialwissenschaftlicher Perspektive unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Kleimann der Erforschung adäquater Rahmenbedingungen für rechtswissenschaftliche Open-Access-Publikationen. Ausgehend von der Realisierung des Kommentars untersucht ein sozialwissenschaftliches Begleitforschungsprojekt aus professionssoziologischer und governancetheoretischer Perspektive, welche Faktoren in der Rechtswissenschaft (bislang) dem Open-Access-Gedanken entgegenstehen und welche Bedingungen für eine Mitarbeit an der Kommentierung als maßgeblich angesehen werden.

Im Ergebnis sollen das Kommentar-Projekt und die Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Begleitstudie nachhaltig zur Entwicklung eines adaptierbaren Strukturkonzepts für Open-Access-Kommentierungen innerhalb der deutschen Rechtswissenschaft beitragen.

 

Indexierung von Diamond OA-Journals

Nives KorrodiManuela Bamert
Universität Bern, Schweiz

Auf dem Poster werden die Herausforderungen, Workflows und lessons learned in Bezug auf Indexierungsprozesse von Diamond OA-Journals aus Sicht der Indexierungsverantwortlichen der IPSP Bern Open Publishing der Universität Bern dargestellt.

Das Poster soll Indexierungsverantwortlichen von anderen IPSPs Hilfestellung leisten für die Indexierung ihrer Zeitschriften.

 

OPUS 4 - Die Standardsoftware für Repositorien

Julia Boltze1Steffi Conrad-Rempel1Alexander Weimar2
1: Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV), Deutschland; 2: Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ), Deutschland

Das Poster stellt die Repopsitoriensoftware OPUS 4 und die Hosting-Services des BSZ und des KOBV (letzterer DINI-ready zertifiziert) vor. Wir möchten interessierten Hochschulen und anderen Einrichtungen eine Anregung bieten, wie sie sich in ihren Open-Access-Aktivitäten unterstützen lassen können. Darüber hinaus liefert das Poster einen kleinen Überblick zur über 25-jährigen Geschichte der OPUS-Software.

 

Informationsbudget: Navigation auf den Wegen zur Open-Access-Transformation

Katja Dammann1,2Lea Maria Ferguson3,4Marcel Meistring3,4Paul Schultze-Motel1,4
1: BMBF-Projekt open-access.network; 2: UB der Universität Bielefeld; 3: DFG-Projekt Transform2Open; 4: Helmholtz-Gemeinschaft

Das Poster beschreibt Informationsangebote des BMBF-geförderten Projekts open-access.network und des DFG-geförderten Projekts Transform2Open für die Planung und Realisierung eines Informationsbudgets an wissenschaftlichen Einrichtungen. Beide Projekte ergänzen sich durch die Durchführung einer praxisorientierten Workshopreihe und die Erarbeitung eines modularen Konzepts zur Einführung von Informationsbudgets.

 

Lassen sich mit DeepGreen jetzt auch Diamanten schürfen?

Julia Boltze-FüttererTomasz Stompor
Zuse-Institut Berlin, Deutschland, Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg

Das Poster beschäftigt sich mit der Bedeutung von Diamond Open Access Journals für die Distributionssoftware DeepGreen. Es werden drei Hauptfragen untersucht: die Begriffsproblematik, die Nachhaltigkeit von Diamond OA und die Voraussetzungen für die Verarbeitung mit DeepGreen. Jedes dieser Themenfelder wird von spezifischen Fragen begleitet, die den Teilnehmer:innen der Konferenz als Diskussionsgrundlage dienen sollen. Ziel ist es, Ideen zur Integration von Diamond Open Access Journals in eine Open-Access-Infrastruktur zu sammeln, wobei DeepGreen als Teil dieser Infrastruktur betrachtet wird.

 

Openness goes beyond: Die Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg mit ihren assoziierten Projekten als Transformationswerkzeuge.

Ben Kaden2,1Sophie Kobialka1Jonas Hantow1Katharina Schulz1,2, Anja Lindemann1
1: Fachhochschule Potsdam, Deutschland; 2: Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg

Das Poster präsentiert die drei aktuell mit der Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg (VuK) assoziierten Projekte im Kontext. Die VuK unterstützt seit 2021 die Open-Access-Transformation im Land Brandenburg auf Grundlage der im Jahr 2019 vorgelegten Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg. Sie wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg gefördert. Mit den drei BMBF-geförderten Projekten wird es möglich, die inhaltliche Perspektive fachlich, methodisch und thematisch zu konkretisieren und zu erweitern. Das im Herbst 2023 begonnene Projekt Kulturwandel in der Rechtswissenschaft (KidRewi) widmet sich dem Wandel der rechtswissenschaftlichen Publikationskultur hin zu Open Access mit einem besonderen Augenmerk auf selbstständige Publikationen. Das Projekt Vernetzung, Erweiterung, Stärkung der OER-Community OpenRewi (VEStOR) ist ebenfalls in der Transformation der Rechtswissenschaft verortet, fokussiert sich aber auf die Community-Facetten und die Erstellung und Begleitforschung von OER. Das Wissenslabor für naturwissenschaftliche Sammlungen und objektzentrierte Daten (WiNoDa) befasst sich mit den Anforderungen von Open Science in der objektzentrierten und datengetriebenen Forschung, mit OER und der Absicherung der Open Science Compliance.

Webseite zu den Projekten: https://open-access-brandenburg.de/assoziierte-projekte-open-access-brandenburg/ 

 

Die gesetzliche Nutzungserlaubnis nach § 61d UrhG oder: das Mysterium „Nicht verfügbare Werke“ faszinierend leicht erklärt

Doreen Rocholl1Judith Ludwig2
1: Universitätsbibliothek Duisburg-Essen; 2: Technische Informationsbibliothek (TIB), Deutschland

Die rechtliche Erlaubnis zur öffentlichen Zugänglichmachung von nicht verfügbaren Werken für Gedächtniseinrichtungen (§ 61d UrhG) ist seit drei Jahren in Kraft. Doch die Umsetzung und die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen stellen die Praxis noch vor Herausforderungen. Mit Hilfe des Posters werden die komplexen rechtlichen Voraussetzungen im Rahmen eines Comics kreativ visualisiert. Ziel ist es dabei, dass das Poster rechtlich fundiert aber auch unterhaltsam designt ist, damit es als Arbeitshilfe für Anwendende in der Bibliothek genutzt werden kann.

 

Stairway to Diamond Open Access. Vom klassischen Universitätsverlag zum Institutional Diamond Open Access Publisher

Elisabeth Stadler
Universitätsbibliothek Graz, Österreich

Das Poster veranschaulicht die Entwicklungsschritte beginnend vom Grazer Universitätsverlag hin zu Graz University Library Publishing: 2005 ging die Universität Graz mit dem Grazer Leykam Verlag eine Kooperation ein, um Forschenden eine zusätzliche Publikationsmöglichkeit vor Ort zu eröffnen – der Grazer Universitätsverlag wurde gegründet. Die Aufgabe der Universität bestand darin, qualitativ hochwertige Forschungs- und Abschlussarbeiten zu vermitteln. Um eine Monopolstellung zu verhindern, wurde 2007 eine weitere Kooperation mit Unipress Graz unterzeichnet. Die von den Autor:innen bzw. Herausgeber:innen mit den beiden Verlagen abgeschlossenen Verträge mit ihren restriktiven Nutzungs- und Verwertungsrechten standen der immer mehr ins Zentrum rückenden Forderung nach offenem Zugang zu den Publikationen zusehends entgegen. Es konnten zwar vorderhand Kompromisse gefunden werden, 2018 fiel dann aber die Entscheidung, die Kooperationsverträge zu kündigen und im Sinne einer forschungsunterstützenden Serviceleistung der Universitätsbibliothek Graz einen eigenen Weg in Richtung Gold Open Access zu beschreiten.

Angestrebt wurde eine Lösung, die den qualitativen und technischen Standards der OA-Initiativen und Forschungsförderer entsprach und mit den Vorgaben der Universität Graz in Einklang stand. Die Entscheidung fiel auf die Etablierung einer Diamond-Open-Access-Publikationsplattform, die Angehörigen der Universität Graz kostenfrei zur Verfügung steht und auf der Publikationssoftware Open Monograph Press (OMP: Graz University Library Publishing (uni-graz.at)) aufbaut. Unsere Leistungen fokussieren auf Beratung, Prozessbegleitung und -management, Vergabe der Persistent Identifier etc. und v.a. auf das Publizieren elektronischer Bücher auf unserer eigenen sowie weiteren Plattformen inklusive Metadatenpflege und Marketingmaßnahmen. Außerdem haben wir einen Workflow inklusive Templates und Anleitungen zur Buchgestaltung entwickelt, der Autor:innen und Herausgeber:innen autonomes Arbeiten ermöglicht. Momentan beschäftigen wir uns mit den Herausforderungen des Single-Source-Publishing, aber auch mit dem Ausloten von Möglichkeiten für eine parallele Print-Produktion.

 

Workflow-Management-Systeme für Open-Access-Hochschulverlage

Diana Tillmann1, Michael Reiche1, Andreas Kennecke2Marco Winkler2, Diana Schmidt-Kopplin2
1: Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig, Deutschland; 2: Universitätsbibliothek Potsdam, Deutschland

Open Access ermöglicht Forschenden weltweit einen schnellen und kostenfreien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen. Initiativen wie der „Action Plan for Diamond Open Access“ können aber nur erfolgreich sein, wenn die entstehenden Publikationen in all ihren Medienformen effektiv und effizient hergestellt und distribuiert werden können. Mannigfaltige Forschungsprojekte haben bereits Ergebnisse für Teilaspekte der Produktionskette geliefert und der konsequente nächste Schritt ist deren Vernetzung und Anwendung in der Praxis. Im Fokus müssen nun stärker die unterstützenden Systeme stehen, die im Projekt Workflow-Management-Systeme für Open-Access-Hochschulverlage (OA-WFMS) genannt werden. Auch für diese ist wie für die Workflows selbst ein heterogenes, historisch gewachsenes Umfeld zu konstatieren, von monolithischen bis zu verteilten, vom Zettel-Workflow über selbst programmierte, hin zu hochprofessionellen WFMS sind alle Spielarten zu finden. Zudem ist einzubeziehen, dass sowohl unterstützende Systeme für die Herstellung in den Hochschulverlagen als auch für das Management von OA-Publikationen in den Bibliotheken bereits vorhanden sind. Der Open-Science-Transformationsprozess vergrößert die Schnittmenge der bibliothekarischen und verlegerischen Aufgaben schon heute immer stärker und die daraus resultierende Komplexität und Menge der zu bewältigenden Prozesse verlangt den Einsatz neuer, unterstützender WFMS. Das Verbundprojekt OA-WFMS der Universitätsbibliothek Potsdam und der HTWK Leipzig forscht in diesem Umfeld und möchte Hochschul- und Universitätsverlagen sowie Bibliotheken Wege aufzeigen, um für sie geeignete WFMS auswählen und einführen zu können. Dazu ist es unerlässlich, zunächst die notwendigen Prozesse und Rollen sowie die Schnittstellen zu bestehenden Systemen zu analysieren und zu beschreiben, um darauf aufbauend ideale Systemkonfigurationen der WFMS durch eigene Entwicklungen oder die Beauftragung externer Systemanbieter entwickeln zu können. Die Forschungsergebnisse sollen im Projekt in zwei Hochschulverlagen praktisch umgesetzt und erprobt werden. Das Poster präsentiert die Forschungsziele und erste Projektergebnisse.

 

Financial Sustainability for Diamond Publisher and Service Providers

Milica Ševkušić2Sona Arasteh-Roodsary1
1: OPERAS, Belgien; 2: EIFL, Serbien

The poster will feature the findings of the DIAMAS projects concerning the financial sustainability of Diamond OA publishing in the European Research Area.

 

No open access without open infrastructure: Five not-for-profit infrastructures with shared values for OA books

Hannah Hillen1, Silke Davison3, Jordy Findanis3, Toby Steiner1, Kevin Sanders2, Amanda Ramalho1
1: Thoth Open Metadata, United Kingdom; 2: Open Book Collective, United Kingdom; 3: OAPEN Foundation, Netherlands

With this poster, we present the collaborative work of five not-for-profit infrastructures – the Open Book Collective, Opening the Future, OAPEN, the Directory of Open Access Books (DOAB), and Thoth Open Metadata – united by a set of shared, community-led values, who are joining forces to provide innovative, open services, models, workflows, and infrastructures to bring about a fully open and bibliodiverse ecosystem for Open Access books.

 

Das passiert beim Open Gender Journal, weil mehr als (reine) Redaktionsarbeit finanziert wird. Ein Bericht aus dem DFG-geförderten Expansionshilfeprojekt (2022-2024)

Kathrin Ganz1Sabrina Schotten1, Sara Tewelde-Negassi2
1: Freie Universität Berlin, Deutschland; 2: Universität zu Köln

Die Redaktionen wissenschaftsgeleiteter Zeitschriften übernehmen zahlreiche Aufgaben, die über die reine Redaktionsarbeit hinausgehen. Eine Zeitschrift bekannt zu machen, sie an den Bedürfnissen der Community und den Standards des wissenschaftlichen Publizierens orientiert weiterzuentwickeln, ist von Ressourcen abhängig. Die Diamond-Open-Access-Zeitschrift Open Gender Journal (Deutschland/Österreich) wird von der DFG im Projekt "Expansionshilfe" von 2022 bis 2024 gefördert. Im Rahmen des Projekts wurden konkrete Prozesse zur Weiterentwicklung des Journals umgesetzt, unter anderem in den Bereichen Qualitätssicherung und Öffentlichkeitsarbeit. Ebenso konnten Akquisestrategien und Formate angepasst sowie Maßnahmen zur Transparenz entwickelt werden. Darüber hinaus hat das Projekt ermöglicht, sich aktiv in Communities einzubringen, um noch intensiver mit Akteur*innen der Open-Access-Community zusammenzuarbeiten und das Bewusstsein für Open Science in den Gender Studies zu fördern.

 

Auf dem Weg zu 100% OA am Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Luise OttDiana Otto, Katrin Quetting, Franziska Stahlberg
Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Deutschland

In der Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft wurde die Zielmarke von 100% Open Access ab 2025 vereinbart. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) auf verschiedene Informationsformate für die eigenen Wissenschaftler*innen, z. B. einer OA-Sektionstour.

Die OA-Sektionstour wurde vom Open-Access-Team der Bibliothek entwickelt und wird seit 2022 durchgeführt. Die Veranstaltung findet direkt im Rahmen der Sektionsmeetings statt und besteht aus zwei Teilen: einem Übersichtsvortrag mit Umfrage und einer offenen Austauschrunde. Neben Informationen zu den verschiedenen OA-Wegen, OA-Fördermöglichkeiten und bestehenden Verlagsvereinbarungen erhalten die Sektionen auch einen detaillierten Überblick über ihre eigenen OA-Tätigkeiten und Publikationsgewohnheiten.

Das Poster präsentiert die bisherigen Ergebnisse der OA-Sektionstour und die daraus resultierenden nächsten Schritte.

 

I got 89 problems... Hürden des Open-Access-Publizierens: Ergebnisse einer Literaturübersicht (2004-2023)

Nataliia KaliuzhnaDr. Zeynep AydinChristian Hauschke
TIB – Leibniz Information Centre for Science and Technology and University Library, Germany

In our poster presentation we will present preliminary results of the IDAHO project — systematic literature review of papers addressing barriers authors face when trying to publish open access. IDAHO aims to identify, describe and propose measures to eliminate obstacles that researchers with weak institutional ties face in the realm of OA publishing. We screened 1,877 papers, read 207 papers and selected 114 papers that address barriers faced by authors when attempting to publish open access. As a result of our investigation, we identified 89 distinct barriers, which were subsequently grouped into four clusters and sub-clusters based on thematic affinity. The clusters are as follows: Practical Barriers, Lack of Competency, Sentiment, and Policy and Governance.

 

AURORA : Zweitveröffentlichung ins richtige Licht rücken – Arbeitserleichterung durch Automatisierung

Nicolai Hauf1, Iris Hausmann1, Dana Ghousson1, Selina Sturzenegger2
1: ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften; 2: Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

Der Grüne Weg des Open Access spielt eine zentrale Rolle, gleichberechtigten Zugang zu wissenschaft Forschungsergebnissen sicherzustellen. Leider gibt es für Publizierende einige Barrieren, weshalb das volle Potential noch nicht ausgeschöpft wird. Die konkreten Rahmenbedingungen verschiedener Verlage und Zeitschriften sind oft schwer zu recherchieren oder zu interpretieren, was zu einer hohen Unsicherheit bei den Autoren führt. Die Eingabe der Publikation in einem Repositorium ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

In dem von swissuniversities kofinanzierten Projekt "AURORA" entwickeln die ZHAW und FHNW einen automatisierten Prozess, welcher Publikationen der Hochschule in bibliografischen Datenbanken auffindet, beschreibende Metadaten aufbereitet und mit Informationen zur Zweitveröffentlichung anreichert. Anschliessend wird ein Eintrag im (DSpace-) Repositorium angelegt und die beteiligten Autoren der Hochschule über ihre Green Open Access Möglichkeiten informiert.

Von dieser Entwicklung profitieren nicht nur Publizierende durch einen schlankeren und verständlicheren Weg zur Zweitveröffentlichung. Auch Repository Manager werden bei individuellen Recherchen und Anfragen bei den Autoren entlastet. Der Prozess kann zudem für das Monitoring der Hochschulpublikationen eingesetzt werden.

 

Green beyond: Das GOAL in kleinen Schritten erreichen

Enrique Corredera Nilsson1Valérie Andres2Clemens Trautwein3, Cornelia Brunner1
Organisation(en): 1: ZHAW - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Schweiz; 2: FHNW - Fachhochschule Nordwestschweiz; 3: HSLU - Hochschule Luzern

Das Poster "Green beyond: Das GOAL in kleinen Schritten erreichen" stellt eine Lösung "von unten" vor, um die Publikationslandschaft zu transformieren und diese "beyond", d.h. jenseits der aktuellen Open-Access-Lage, zu bringen. Mit dem Fokus auf kleinen und mittleren Verlagen sowie praxisorientierten Zeitschriften zeigt GOAL, wie die Open-Access-Landschaft erweitert und anders gestaltet werden kann.

Im Poster wird der gesamte Prozess geschildert, von der Ausgangslage bis zu den implementierten Lösungen, samt ihrer Wirkung und Grenzen. Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen haben eine eigene Publikationskultur, die nicht nur wegen der Anzahl an Institutionen berücksichtigt werden muss, sondern auch wegen ihres Potenzials, Open Access teilweise neu zu denken (I. Ausgangslage). Viele Zeitschriften haben wenige Ressourcen und können selbst keine Open-Access-Lösung anbieten; das "Flipping" auf Diamond ist keine Option. Sie können aber unter Berücksichtigung ihrer Interessen für "Grün" gewonnen werden. Hier (II. Drehscheibe GOAL) kommt das Projekt ins Spiel. Wir haben die Ressourcen (Know-how, Repositorien), um eine Open-Access-Policy gemeinsam mit den Zeitschriften zu erarbeiten, die für alle Beteiligten gewinnbringend ist. Nimmt eine Zeitschrift eine Open-Access-Policy an, wird diese in die Datenbank aufgenommen, um die Auffindbarkeit zu erhöhen. Es muss in Betracht gezogen werden, dass diese Policies von Zeitschriften in Datenbanken wie Sherpa/Romeo nicht angenommen werden können, da sie nicht alle Kriterien erfüllen.

Wo möglich, können auch semiautomatisierte Workflows implementiert werden, um den Arbeitsaufwand zu verringern. Die Workflow-Skripte sind auf der Zenodo-Community des Projekts zu finden und können von anderen Bibliotheken oder Zeitschriften genutzt und weiterentwickelt werden, um eigene Lösungen zu erstellen.

Mit diesen Lösungen können dann kleine Verlage sowie kleine Bibliotheken Open Access erweitern (III. Wirkung und Grenzen) und dadurch einen Beitrag leisten, der die Unabhängigkeit von großen Akteuren verstärkt. Das Ganze hat aber auch, wie die Projekterfahrung uns gezeigt hat, Grenzen. Die individuelle Verhandlung kostet Zeit, und es muss mehrmals auf CC-Lizenzen verzichtet werden.

 

Persistente Identifikatoren für offene und FAIRe Wissenschaft

Marc Lange1, Steffi Genderjahn1Andreas Czerniak2
1: Helmholtz-Gemeinschaft, Helmholtz Open Science Office; 2: Universitätbibliothek Bielefeld

Persistente Identifikatoren (PIDs) sind ein wesentlicher Teil einer offenen Wissenschaftslandschaft im digitalen Zeitalter. Durch die eindeutige Identifizierung aller Ressourcen, Akteure und Produkte des wissenschaftlichen Forschungsprozesses wird dieser transparenter und vor allem auch vernetzter. Die Nutzung von PIDs ist eine Voraussetzung zur Erfüllung der FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable).

 

Open Access Book Policies in the European Research Area

Malte Dreyer1Jan-Philip Tummes2, Graham Stone3
1: Universität Göttingen, Germany; 2: Universität Bielefeld, Germany; 3: Jisc, United Kingdom

Academic books continue to play an important role in scholarly production and knowledge dissemination,
particularly in the social sciences and humanities. Nevertheless, academic books have not been a focal point for open access policy-makers so far. As part of data collection for the PALOMERA project, a survey was designed and distributed on the needs, obstacles and challenges of policy-making for OA books. It was directed at various stakeholder groups and aimed to identify attitudes and levels of knowledge about open access book policies in general and individual measures in particular.

 

Toolmarktplatz

Voting: TBA

Ort: Raum Z 28 & Raum 154

Build your own B!SON

Ort: TBA

Anita Eppelin

Technische Informationsbibliothek (TIB), Germany

B!SON ist ein von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) bereitgestelltes und gemeinsam mit der SLUB Dresden entwickeltes offenes Empfehlungstool für Open-Access-Zeitschriften. In seiner Kernfunktion unterstützt das Werkzeug Autor:innen bei der Identifizierung eines passenden Einreichungsortes. Die Publizierenden stehen im weiteren Prozess jedoch oft vor der Frage: "Wer zahlt mir die APC (und wie funktioniert das genau)?". Die Lösung: eine B!SON-Version speziell für Ihre Einrichtung. Diese Möglichkeit ist bereits bei einer Reihe von großen und kleineren wissenschaftlichen Bibliotheken im Einsatz. Dabei wird das B!SON-Interface so konfiguriert, dass Nutzende zu jeder empfohlenen Zeitschrift je nach Einrichtung auf übersichtliche Weise zusätzliche Informationen mitgeliefert bekommen, namentlich Erläuterungen zu den Finanzierungsbedingungen vor Ort und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.

Wenn eine Einrichtung eine eigene B!SON-Version konfigurieren möchte, werden in einem einfachen Einrichtungsprozess einige Textbausteine, Logo der Einrichtung sowie Kriterien für die passende Kennzeichnung im B!SON-System hinterlegt (z.B. Zeitschriften, für die aufgrund von Verträgen die Kosten übernommen werden). Auf dem gleichen Weg können spätere Aktualisierungen bei Änderung der Modalitäten oder der Rahmeninformationen (z.B. Kontaktinformationen) erfolgen. Das so individualisierte B!SON kann dann in die Informationsangebote der Einrichtung eingebunden werden (zumeist in die Website zum Open-Access-Publizieren).

Am B!SON-Stand beim Tool-Marktplatz können interessierte Einrichtungen hands-on eine eigene Test-B!SON-Version einrichten, ausprobieren und anpassen. Sie erhalten Informationen zum Einrichtungsprocedere, eine Anleitung zur Erstellung der zu hinterlegenden Daten (z.B. von Verträgen abgedeckte Zeitschriften) sowie Hilfestellungen für verschiedene Optionen der Einbindung in ihre Informationsangebote. Neben Raum für Fragen nehmen wir auch Feedback für ein weitere Optimierung des Dienstes auf.

B!SON: https://service.tib.eu/bison/ 

Informationen zur einrichtungsspezifischen Anpassung: https://projects.tib.eu/bison/bison-fuer-ihre-einrichtung/ 

Lizenz: https://gitlab.com/TIBHannover/bison/yak/-/blob/master/LICENSE 


Metadatenallmende für Open-Access-Journals: Erweiterte OJS-Tools für eine offene Publikationslandschaft

Ort: TBA

Gazi Yücel1, Zeynep Aydin1, Tom Niers2Christian Hauschke1, Daniel Nüst2

1: Technische Informationsbibliothek (TIB), Deutschland; 2: Technische Universität Dresden

Eines der vorrangigen Ziele des Open-Access-Ökosystems ist eine faire und offene Publikationslandschaft für große und kleine Verlage. In der Praxis kann sich dies schwierig gestalten, denn vor allem unabhängige, scholar-led Journals können oftmals nicht auf Augenhöhe mit großen kommerziellen Akteuren agieren. Unser Ziel ist es daher, Journals einfache Werkzeuge zu bieten, mit denen sie ihre Sichtbarkeit im Wissenschaftssystem und ihre Bedeutung als Publikationsort erhöhen können. Die Devise hier lautet: Metadatenallmende!

Wir stellen vier unter der GPL-3.0-Lizenz veröffentlichte Tools vor welche die global verbreitete Open-Source-Software Open Journal Systems (OJS) um Funktionen erweitern für den Umgang mit und die Publikation von persistenten Identifikatoren (PIDs) und Zitationsinformationen. Hier geht es hauptsächlich um die Schwerpunkte a) Eingabe, Kuratierung und Anreicherung von artikelbezogenen Metadaten durch Autor:innen und Editor:innen und b) den Export dieser Metadaten an offene Datenquellen wie z. B. Wikidata. Im einzelnen sind dies der PID-Manager, das ROR-Plug-In, das Geoplugin und der Citation Manager.

Eine weitgehende Integration von PIDs und einseitigen geographischen Informationen in die Artikelmetadaten ermöglicht hierbei nicht nur eine bessere Verknüpfung und somit Auffindbarkeit von Artikeln aus Open-Access-Zeitschriften, sondern stellt auch eine Verbindung zu anderen Publikationen, physischen Proben sowie wissenschaftlichen Instrumenten her und verknüpft so verwandte Artikel aus verschiedenen Zeitschriften und Wissenschaftsdisziplinen. Außerdem unterstützen diese neuen Tools eine offene Publikationskultur und -praxis, indem sie die Metadaten die während des Einreichungs und Begutachtungsprozesses strukturiert erfasst werden frei in standardisierten Formaten veröffentlichen.

Wir berichten über den Arbeitsstand, den Prozess der Integration in OJS und wie man das eigene OJS um die hier beschriebenen Möglichkeiten erweitern kann. Die Tools sind auf der Projekwebseite gelistet: https://projects.tib.eu/komet/output/ 


CODA - Customizable Open Access Database Application

Ort: TBA

Carsten Elsner, Sven Marcus

TU Braunschweig, Deutschland

CODA, zunächst als datenbankbasiertes Workflowtool zur Bearbeitung von Open-Access-Förderanträgen für die Universitätsbibliothek Braunschweig eingesetzt, hat sich im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts ADoRe-OA (https://open-access.network/vernetzen/open-access-projekte/adore-oa) zu einem Werkzeug zur Be- und Verarbeitung publikationsbezogener Open-Access-Daten weiterentwickelt. Dabei wurde ein Perspektivwechsel von der reinen OA-Antragsverwaltung zu einer OA-Publikationsdatenverwaltung vollzogen. Im Fokus der Entwicklung steht dabei vor allem die Möglichkeit des Datenaustauschs mit weiteren Systemen, die Publikations(kosten)daten verarbeiten sowie konfigurierbare Reportingmöglichkeiten, z.B. für OA-Publikationskosten der DFG.

Die UB Braunschweig gibt auf dem Tool-Market sowohl einen Einblick in das aktuelle Produktivsystem sowie auf den aktuellen Stand der Weiterentwicklung von CODA und bietet die Möglichkeit für einen Austausch.

CODA wird interessierten Einrichtungen als Open-Source-Projekt auf github.com/coda-oa/coda unter einer GPL-3.0 Lizenz zur Verfügung gestellt.


PALOMERA Knowledge Base

Ort: TBA

Hanna Varachkina, Malte Dreyer

UGOE / SUB Göttingen, Deutschland

m Projekt PALOMERA (Policy Alignment of Open Access Monographs in the European Research Area operas-eu.org/projects/palomera) werden Empfehlungen für Policies zur Transformation des Buchmarktes erarbeitet. Einrichtungen und Policy Maker, die sich dem Thema Open Access (OA) Bücher zuwenden möchten, haben oft keinen Überblick über die bereits existierenden Policies, Forschungsergebnisse und die Bedarfe der verschiedenen Stakeholder. Mit der PALOMERA Knowledge Base stellen wir eine Ressource bereit, die diese Informationen zur Verfügung stellt.

Die Knowledge Base von PALOMERA ist ein DSpace (https://dspace.lyrasis.org/) Repositorium, das bei Lyrasis (https://www.lyrasis.org) gehostet wird. Sie enthält zwei Collections mit qualitativen Daten: “Documents” und “Interviews”. Zu “Documents” gehören Policy Dokumente, “graue Literatur”, Forschungsartikel, Berichte und Ergebnisse anderer Projekte zu OA Büchern, die mit Metadaten von PALOMERA Forschenden angereichert und für die Analyse vorbereitet wurden. Die Metadaten enthalten zum Beispiel Informationen über das Herkunftsland der Dokumente, Zusammenfassungen in englischer Sprache, und Auszüge zum Thema OA Bücher. Die Collection “Interviews” enthält Interviews mit Stakeholdern, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurden. Darüber hinaus enthält die Knowledge Base Filterfunktionen nach Stakeholder-Gruppen (nationale wissenschaftspolitische Entscheidungstragender, Forschungsförderer, Forschungseinrichtungen, Publizierende und Verlage, Bibliotheken und Infrastrukturanbietende) sowie PESTLE-Kategorien (Political, Economic, Social, Technological, Economic, Legal, Environmental). In Zukunft wird die Knowledge Base mit quantitativen Daten sowie mit den Ergebnissen der in PALOMERA durchgeführten Umfragen gefüllt. Neue Dokumente werden in Zukunft über die in DSpace integrierte Funktionalität eingereicht.

Beim Tool-Marktplatz werden die Kernfunktionen der Knowledge Base demonstriert und Anwendungsfälle diskutiert: https://knowledgebase.oabooks-toolkit.org/communities/d1a1c329-7b66-44ff-b888-c1573a3cac85 

Da es sich um eine DSpace-Instanz handelt, ist die Knowledge Base-Software durch das Copyright © 2002-2022, Lyrasis geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Die Informationen der Wissensdatenbank sind jedoch für alle zugänglich, und jedes Dokument in der Wissensdatenbank enthält seine Lizenzinformationen in den entsprechenden Metadaten.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen war an der Strukturierung der Wissensdatenbank, der Zuordnung der Metadaten und der Aufnahme der Daten beteiligt.


PANTER – Publishing Analytics Tracker

Ort: TBA

Alexander Faschon1, Johannes Thomas1, Victoria Jahrmarkt2

1: SLUB Dresden; 2: TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek

Im Projekt PANTER (https://projekt-panter.de/) entsteht, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ein zuverlässiges, frei verfügbares Vergleichsportal für Finanzierungsmodelle, Preise und Preisentwicklungen auf dem Open-Access-Zeitschriftenmarkt. Dieses Tool ermöglicht allen Akteuren im Open-Access-Bereich, Preise für Publikationsdienstleistungen zu vergleichen. Gleichzeitig schafft es Transparenz in der Preispolitik auf dem Publikationsmarkt und macht mittel- und langfristige Trends sichtbar.

PANTER verwendet verschiedene Verfahren zur aktiven Erfassung von historischen und aktuellen Preisinformationen. Zusätzlich wird auch eine Schnittstelle für Verlage und Publikationsplattformen entwickelt, die es diesen Anbietern ermöglicht, ihre Preisinformationen an das System zu übertragen. Der Zugang für Nutzende erfolgt über ein webbasiertes Frontend.

Auf dem Toolmarktplatz stehen wesentliche Funktionen des noch in der Entwicklung befindlichen Portals im Vordergrund, das später als quelloffene Ressource zur Verfügung stehen wird. Verschiedene Anwendungsszenarien für unterschiedliche Nutzergruppen sollen anhand eines Frontend-Prototyps demonstriert und zur Diskussion gestellt werden. Zu den Anwendungsszenarien zählen:

  • Preisvergleich: Nutzende können die Preise für Publikationsdienstleistungen vergleichen. Dies ist besonders nützlich für Forschende und Institutionen, die die Kosten für die Veröffentlichung ihrer Arbeiten in Open-Access-Zeitschriften abschätzen möchten.
  • Transparenz: Das Portal schafft Transparenz in der Preispolitik auf dem Publikationsmarkt. Dies hilft den Nutzer:innen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
  • Trendanalyse: Das Portal macht mittel- und langfristige Trends sichtbar. Dies kann dazu beitragen, die Entwicklung der Open-Access-Landschaft besser zu verstehen und zukünftige Strategien zu planen.

So sollen sich potentielle Nutzende einen Überblick über Aufbau und Möglichkeiten des Portals verschaffen und Feedback zu dessen Funktionen geben können.


eDoer

Ort: TBA

Carolin Eisentraut

TIB - Leibniz Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, Deutschland

eDoer ist eine communitybasierte Lernplattform, die offene Bildungsinhalte sucht und bereitstellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Bildungsressourcen, die schon frei zugänglich im Internet zu finden sind, oder über eDoer kostenlos und offen zugänglich gemacht werden können. Gefördert wird die Wiederverwendbarkeit schon vorhandener Materialien, wodurch Bildungsinhalte nicht an verschiedenen Stellen mehrfach gespeichert werden müssen und Ressourcen geschont werden. Die Suche nach frei zugänglichen Online-Lernmaterialien funktioniert dabei KI-gestützt und bietet sowohl Lernenden als auch Inhaltskurator*innen passende Empfehlungen für ihre individuelle Lernreise bzw. Kurserstellung an. Lernkontrollen und Selbstreflexionen können dank KI automatisch generiert werden, während inhaltliche Themenvorschläge die Erstellung von Bildungsinhalten erleichtern. Um ein besonderes Augenmerk auf die jeweiligen Bedürfnisse der beiden Gruppen zu legen, haben wir die Plattform in zwei Apps unterteilt – eDoer CC (Content Curator) und eDoer Learn. Die Algorithmen berücksichtigen dabei die Vorlieben der Lernenden, um passende Bildungsressourcen vorzuschlagen. Beim Erstellen von Kursen können vorhandene Inhalte aus dem Internet auf ihre Qualität geprüft und nachgenutzt werden. Dadurch schaffen wir die jeweils bestmögliche Umgebung, um kinderleicht und schnell Inhalte kuratieren oder erlernen zu können. Das Projekt ist 2019 an der TIB gestartet, 2021 in einer ersten Version veröffentlicht worden und seit letztem Jahr in der aktuellen Version online verfügbar.

Weitere Informationen finden Sie auf https://www.edoer.eu/ 

Die beiden Apps gibt es bereits im Google Playstore und sie befinden sich im Review-Prozess für den App Store von Apple. Über die folgenden Links können Sie auch über den Browser auf eDoer learn und eDoer cc zugreifen:

https://cc.edoer.eu/ 

https://learn.edoer.eu/ 

Die erste Version des Codes von eDoer ist Open Source unter Creative Commons veröffentlicht worden. Der Code der aktuellen Version wird momentan TIB-intern geprüft, bevor eine Lizenz vergeben und der Code zur Veröffentlichung freigegeben werden kann.

 

Diamond Discovery Hub

Ort: TBA

Hanna Varachkina, Margo Bargheer

UGOE / SUB Göttingen, Deutschland

Die derzeitigen Methoden zur Research Assessment (RA) sind stark vom Impact Factor (IF) beeinflusst, der westliche, englischsprachige und auf MINT-Fächer ausgerichtete Zeitschriften, die von großen Verlagen unterstützt werden, bevorzugt. Die Studie (https://zenodo.org/records/4558704) zu Open Access Diamond Journals (OADJs) zeigt, dass die akademische Publikationslandschaft vielfältiger ist, als der IF anzeigt. Das Diamond-OA Veröffentlichungsmodell könnte die RA umgestalten, weil es ein gerechtes, vielfältiges und von der Wissenschaftsgemeinschaft betriebenes System bietet.

Das CRAFT-OA-Projekt (Creating a Robust Accessible Federated Technology for Open Access, www.craft-oa.eu) wurde ins Leben gerufen, um die Qualität von OADJs zu verbessern, ihr technisches Fachwissen aufzubauen und ihre Sichtbarkeit sowie Auffindbarkeit zu erhöhen. Dafür wird u.a. der Diamond Discovery Hub (DDH) entwickelt, der sowohl Produkt als auch Service ist und als Key Exploitable Result (KER) über das Projektende hinaus unterstützt wird.

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen) hat für den DDH das Requirement Engineering durchgeführt und ist an der Plattform-Entwicklung als Produkt Owner beteiligt.

Als Produkt wird DDH als responsive und WCAG-konforme (https://www.w3.org/WAI/standards-guidelines/wcag/) Website mit einer SEO-freundlichen Benutzeroberfläche implementiert, ist skalierbar und einfach zu warten. Der DDH wird Zeitschriftenmetadaten sammeln und überprüfen. Der DDH ist als Community-Dienst gedacht. Die Liste von OADJs wird über die Plattform für Nutzer und Aggregatoren bereitgestellt. Vertrauenswürdige Quellen schicken Zeitschriftenmetadaten mit verifiziertem Diamond Status an den DDH. Von weiteren Quellen wird der Diamond Status manuell vom DDH Redaktionsteam überprüft, das darüber hinaus die Anforderungen des DDH kommuniziert und Verlagen, die sich anschließen wollen, unterstützend zur Seite steht.

Die aktuelle Version des DDH hat die Funktionen der Zeitschriften-Suche und des Filterns nach gewählten Kategorien. Neben der regulären Nutzer-Rolle hat DDH auch die Rolle des DDH Editors, der die Verifizierung von Diamond Status eines Journals auf der Plattform vornehmen kann. ddh-test.icm.edu.pl/en/search (Beta-Version ist Passwort-geschützt, Software Lizenz: Apache 2.0)


Transparentes Publizieren mit Jupyter Books am Beispiel der Marburger Open Access Umfrage 2024

Ort: TBA

Lydia Riedl, Eike LöhdenAntonia Massenberg

Universitätsbibliothek Marburg, Deutschland

Mit Jupyter Book reicht ein Kommandozeilenbefehl, um publikationsbereite digitale Bücher (ein- oder mehrseitige HTML-Websites und PDFs) aus Markdown-Dateien oder Jupyer Notebooks zu generieren. So lassen sich Text, Code und andere Elemente wie Code-Output, Datenvisualisierungen, Bilder etc. mit geringem Aufwand und in übersichtlicher Form nebeneinander präsentieren, wobei die Interaktivität des Notebooks erhalten bleibt. Jupyter Book wird von der Executable Books Community als Open-Source-Projekt entwickelt und zur Verfügung gestellt: jupyterbook.org.

Die Universitätsbibliothek Marburg wendet das Tool an, um die Ergebnisse einer Umfrage zur Bekanntheit des Open-Access-Publishing-Angebots der UB bei Forschenden der Philipps-Universität zu veröffentlichen. Dabei wird das Book als GitLab Pages-Seite automatisch aus dem GitLab-Repositorium generiert, sodass mit an der eigenen Universität gehosteten Tools gearbeitet wird. Am Beispiel dieses Projektes soll Jupyter Book auf dem Tool-Marktplatz vorgestellt werden.


InvenioRDM Repository Software

Ort: TBA

Martin Fenner

Front Matter, Deutschland

InvenioRDM ist eine Open Source Software zum Betreiben eines Institutionellen oder Fachspezifischen Repositories. InvenioRDM wurde von CERN gestartet, ist die Software hinter dem Repository Zenodo und wird von mehr als 30 Projektpartnern unterstützt. Die aktuelle Version v12.0 wird im Juli veröffentlicht.

In dem Tool-Markplatz wird eine Einführung in die Installation, Konfiguration und das Betreiben der Software gegeben und Fragen zum Betreiben der Software beantwortet.

 

12.30–14.00

Mittagspause

Ort: Mensa

 

14.00–15.00

Keynote 2: Imagining the future of scholarly communication: EU policies and activities and the case of Open Research Europe

Ort: Aula (+ Livestream)

Victoria Tsoukala

Europäische Kommission

This talk presents key initiatives calling for a scholarly communications ecosystem in which research institutions and researcher communities are the decision-makers and which is more equitable and transparent. The envisioned systemic transformation entails changes in policy, including, importantly, the ways in which researchers are assessed, a legal and copyright framework fit to enable research in line with  open science, the availability of robust infrastructures, and continuous support for skills and cultural change. The talk focuses particularly on relevant EC policies and initiatives seeking to enrich the scholarly communications ecosystem in this direction. It also considers the case of Open Research Europe and the ongoing plans for transforming it into a collectively funded and operated publishing service with a non-profit mission for the public good, highlighting drivers and obstacles, and placing it in the context of relevant activities in Europe and abroad.

Victoria Tsoukala has been a Policy Officer in the European Commission, Directorate General for Research & Innovation, since 2016. She works on the development, implementation, monitoring and evaluation of policies in open science. In particular she works on Horizon Europe, the new R&I framework programme of the European Commission for 2021-2027 and on the new publishing platform of the Commission, Open Research Europe.   Prior to this, she participated in and coordinated EU-funded projects and national Greek projects on the topic of open access policies and infrastructures. In the more remote past she used to be a researcher in Archaeology in the USA and Greece.  She holds a PhD and MA in Classical and Near Eastern Archaeology from Bryn Mawr College, PA, USA; and a BA in History and Archaeology at Aristotle University, Thessaloniki, Greece.

Moderation: Marcel Meistring

15.00–15.30

Kaffeepause

Ort: TBA

15.30–17.00

Session 7: Infrastrukturen und Best Practices

Ort: Aula
Moderation: Kathrin Höhner

 

Open-Access-Repositorien in Bewegung? Herausforderungen und Potentiale für institutionelle Repositorien in Deutschland

Marcel Wrzesinski1,2, Heinz Pampel1, Laura Rothfritz1

1Humboldt-Universität zu Berlin; 2Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Seit den ersten Open-Access-Repositorien in den 1990ger Jahren haben sich die Anforderungen und Kontexte dieser Informationsinfrastrukturen dynamisch entwickelt. Die Confederation of Open Access Repositories (COAR) betont die Notwendigkeit der Professionalisierung der Repositorien seit 2017 in ihrer Initiative „Next Generation Repositories“. Auch der jüngst erschienene „Report on Repository Survey in Europe“ (Shearer et al., 2023) identifiziert wesentliche Herausforderungen für diese Weiterentwicklung: einerseits Bedarf es zeitgemäßer und interoperabler Software-Lösungen für den Repositorien-Betrieb, konsequenter Umsetzung von „good practice“ für Metadaten, Langzeitarchivierung und Nutzungsstatistiken, sowie angemessener Sichtbarkeit innerhalb der wissenschaftlichen Community . Um die Professionalisierung der Repositorien zu fördern und die Weiterentwicklung in diesem Sinne zu unterstützen, startete im Oktober 2023 das von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Professionalisierung der Open-Access-Repositorien-Infrastruktur in Deutschland (Pro OAR DE)”.
Im Vortrag möchten wir erstmals die Ergebnisse der im Juni 2024 abgeschlossenen Erhebungs- und Analysephase vorstellen: In Expert:inneninterviews und gestützt durch eine systematische Literaturanalyse haben wir die zentralen Problemlagen und Herausforderungen für institutionelle Repositorien erhoben. Dabei zeigt sich, dass Repositorien vor einer Vielzahl von technischen und organisatorischen Herausforderungen stehen, die sowohl den gegenwärtigen Betrieb als auch die Potentiale zur Weiterentwicklung betreffen. Zu den zentralen Herausforderungen gehören u. a. die Anbindung von Repositorien an Forschungsinformationssysteme, der komplementäre Umgang mit Preprints und Forschungsdaten oder die Unterstützung beim Publikations- und Kostenmonitoring im Rahmen der Open-Access-Transformation.
Der Vortrag soll einen Impuls zur breiten Diskussion über die Rolle der Repositorien bei der Stärkung des wissenschaftlich geleiteten Open-Access-Publizierens als Beitrag zur digitalen Souveränität leisten. Auch wollen wir unsere Vernetzungsforen vorstellen, die wir ab Herbst 2020 zusammen mit der Community der Open-Access-Professionals veranstalten. Hierbei kooperiert das Projekt mit relevanten Projekten und Netzwerken und greift internationale Entwicklungen auf. Dadurch wird die Entwicklung von Best Practices im Bereich der Informationsinfrastrukturen auf nationaler Ebene gefördert und die Vernetzung der Open-Access-Professionals verbessert.

 

Reiche Ernte - oder: „Standard“ ist nur schön im Singular

Lisa-Marie Stein1, Julia Bartlewski2, Christoph Broschinski2, Gernot Deinzer3, Dirk Pieper2, Bianca Schweighofer3, Colin Sippl3, Alexander Wagner1, Silke Weisheit3

1Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY; 2Universität Bielefeld; 3Universität Regensburg

Insbesondere kleine (Spezial)bibliotheken wie die des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY sind auf effiziente Prozesse angewiesen, um ihre vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. So dient die Publikationsdatenbank PUBDB gleichzeitig als institutionelles Repositorium, Quelle für die Darstellung im Web und Basis für verschiedene Berichtsformate. Wie jedes Repositorium hält sie qualitativ hochwertige bibliographische, rechtliche und technische Daten sowie Volltexte.

Als zentraler Ansprechpartner für die Abwicklung von Publikationsgebühren wurde PUBDB zusammen mit JuSER (Forschungszentrum Jülich) daher bereits 2016 um einen weiteren Datenblock ergänzt: Kosten (sowohl für Open als auch Closed Access). Die direkte Verknüpfung mit den bereits vorhandenen Datenbestandteilen erlaubt hier einerseits effiziente Prozesse und andererseits ein detaillierteres Monitoring als über das Buchführungssystem allein. So konnte z.B. der Monitoringbericht für das DFG Programm Open Access Publikationskosten weitestgehend automatisiert werden.

Allerdings standen die Daten bisher nur lokal und in proprietären Formaten zur Verfügung. Eine Lieferung z.B. an OpenAPC war nicht möglich, da die so wichtigen automatisierten Wege noch nicht geebnet waren: Manuelle Aufarbeitungen von Daten in verschiedenen Formaten, Lieferformen und Definitionen bindet schlicht unnötig Personal.

openCost hat dies grundlegend geändert. Da DESY jenes Konzept für die JOIN²-Kollaboration implementiert hat, stehen Kostendaten nun offen zur Ernte bereit und entsprechende Funktionen unmittelbar allen Partnern zur Verfügung. So können nun weitere Einrichtungen ohne zusätzlichen Aufwand z.B. an OpenAPC teilnehmen. Es besteht die Hoffnung, diesen Weg künftig auch für den Gesamtprozess des DFG Monitorings nutzen zu können.

Wir werfen einen Blick darauf, warum sich ein zunächst aufwändig anmutender Weg wie die Schaffung einer XML-Ausgabe und das Konfigurieren einer OAI-Schnittstelle langfristig auch und ausdrücklich für kleine Einrichtungen auszahlt und wie wir unsere Prozesse so gestalten, dass diese mit den vorhandenen Ressourcen realisierbar sind.

 

Der Umgang mit dem Ende: Best Practice bei der Einstellung eines wissenschaftsgeleiteten und IPSP-gehosteten Diamond OA Journals

Andrea Hacker

University of Bern, Switzerland

Die Entwicklung von Best Practices im wissenschaftsgeleitetem Diamond Open Access ist einer engen Zusammenarbeit zwischen ForscherInnen, Institutional Publishing Service Providers, kurz IPSPs, und geförderten Infrastrukturprojekten geschuldet. So konnten in den letzten Jahren Informationen gesammelt, Leitfäden entwickelt und Handreichungen publiziert werden darüber, wie man am besten eine wissenschaftsgeleitete Zeitschrift im Diamond Open Access betreibt.

Der Fokus liegt bei diesen Informationen und Erfahrungswerten meist auf dem Anfang einer Zeitschrift; es gibt bisher kaum gemeinsame Anhaltspunkte dazu, wie man am besten den Betrieb eines wissenschaftlich geleiteten Diamond OA Journals auf einer IPSP verwalteten Plattform einstellt.

Dieser Beitrag nimmt sich dieser Frage an und erörtert wie sich ein IPSP auf das Ende der Publikationstätigkeit einer gehosteten Zeitschrift vorbereiten kann, welcher Zeitrahmen sinnvoll erscheint, welche Kommunikationsschritte unternommen werden müssen und wie sich die Zusammenarbeit mit den Herausgebern am effektivsten gestaltet.

Der Vortrag gründet auf den Erfahrungswerten von Bern Open Publishing, das derzeit 23 wissenschaftsgeleitete Diamond Open Access Zeitschriften hostet. Dazu werden einerseits die Herausgeberschaften nach Ihren Bedürfnissen und Exitstrategien befragt; andererseits steckt das BOP-Team als IPSP die technischen und administrativen Parameter der Abwicklung ab. Das beinhaltet sowohl die Prüfung der rechtlichen, als auch die der administrativen, kommunikativen und technischen Voraussetzungen für die Schliessung einer Zeitschrift. Weitere Erfahrungswerte aus dem Schweizerischen Kontext werden bei Bedarf berücksichtigt.

Das Ziel ist es einen ersten Vorschlag für Best Practices in der Stilllegung einer IPSP-gehosteten und wissenschaftsgeleiteten Diamond Open Access Zeitschrift zu präsentieren.

 

Session 8: HAW und NRW

Ort: Hörsaal 69
Moderation: Ursula Arning

 

DEAL, HAW - and beyond?

Karin Ilg

Hochschule Bielefeld, Germany

Die Teilnahme an den DEAL-Verträgen fordert Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) strategisch, strukturell und finanziell in eigener Weise heraus. Zugleich stellen je nach Verlag und Vertragsjahr HAW bis zu 25% der aktiv an DEAL teilnehmenden Einrichtungen und bilden damit die größte Teilnehmendengruppe. Wichtige Teilnahmekriterien sind die finanziellen Auswirkungen und die Relevanz des Angebots für die eigene Attraktivität als Forschungs- und Wissenschaftsstätte.

Der Vortrag wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation von HAW in der Open-Access-Transformation und adressiert vor dem Hintergrund von DEAL auch Perspektiven alternativer Open-Access-Ansätze unter spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen.

 

Eigene Wege zu Open Access an HAW in der Peer-to-Peer-Strategieberatung

Jasper Beyermann1Emilia Mikautsch2

1Hochschule Bielefeld, Germany; 2Universität Konstanz, Germany

Im Herbst 2023 startete das Projekt "Peer-to-Peer-Strategieberatung für Hochschulleitungen als Werkzeug zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften" (P2P.OA.HAW).

Ziel des Projektes ist, ein Peer-to-Peer-Strategieberatungskonzept für Hochschulleitungen zur Etablierung einer gelebten Open-Access-Kultur an Hochschulen für angewandte Wissenschaften zu erproben. Der Fokus liegt auf der Identifizierung hochschuleigener Entwicklungsbedarfe in den Bereichen Strategie, Struktur, Organisation und Prozesse und der Awareness-Steigerung der Leitungsebene für Open Access förderliche Maßnahmen sowie deren Umsetzung.

Durch das Vorhaben wird ein Werkzeug verfügbar und offen nachnutzbar gemacht, mit dem Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen den Wandel hin zu mehr Open Access an ihrer Institution unterstützen können. In Anlehnung an die P2P-Beratung des Hochschulforums Digitalisierung werden Hochschulleitungen von HAW durch Angehörige der Leitungen anderer Hochschulen oder Wissenschaftseinrichtungen in der Rolle von „Critical Friends“ auf Augenhöhe in einem strukturierten Prozess bei der Identifizierung, Konzipierung und Umsetzung eigener Entwicklungsziele und -wege begleitet und beraten. Das Projekt startet im April 2024 in die operative Phase nachdem Anfang März erste Partnerhochschulen ausgewählt wurden. Für Herbst 2024 sind die ersten Beratungstage geplant, nachdem die Partnereinrichtungen im Rahmen eines Selbstberichts eine umfassende Analyse des Ist-Zustands unternommen haben.

Der Vortrag stellt Motivation und Rahmenbedingungen des Projekts dar: Was sind die Herausforderungen der HAW? Wie reagiert das Konzept P2P-Beratung auf diese spezifischen Herausforderungen? Und die ersten Erfahrungen in der Projektumsetzung von P2P.OA.HAW werden in den Blick genommen: Welche Erfahrungen konnten bei der Auswahl der Hochschulen für die ersten Beratungsrunde, bei der Identifizierung der Peers und der Begleitung der Hochschulen bei ihrem Selbstbericht, gesammelt werden?

 

Openaccess.nrw – Vernetzung auf vielen Ebenen

Dorothee Graf

Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Die Landesinitiative openaccess.nrw vernetzt und berät alle 42 nordrhein-westfälischen Hochschulen, die der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW) angeschlossen sind: Universitäten, Unikliniken, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie Kunst- und Musikhochschulen. Diese haben im Sommer 2023 eine landesweite Open-Access-Strategie verabschiedet, die in acht Handlungsfeldern Herausforderungen und Empfehlungen zur Open-Access-Transformation benennt und u.a. die Aktivitäten von openaccess.nrw umreißt. Im Fokus des Beitrags steht die Umsetzung dieser Landesstrategie durch die Aktivitäten der Landesinitiative. Im Vortrag wird neben einem Bericht aus der Praxis auch ein Einblick in die Vielschichtigkeit der zu adressierenden Stakeholder, ihrer Interessen und der Ebenen, auf denen sie agieren, gegeben. Diese reichen von OJS-Betreuer:innen über OA-Beauftragte bis hin zu Bibliotheksleitungen, Hochschulleitungen und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen (MKW).

Das Team des Programmbereichs 1 liefert neben einführenden Informationen auch einen offenen Austausch; diese Formate richten sich vornehmlich an Bibliothekar:innen. Dazu gibt es anlassbezogene Beratung zu ausgewählten Open-Access-Themen in synchroner ebenso wie in asynchroner Form. Ein besonderes Angebot umfasst die Unterstützung bei juristischen Fragestellungen, dieses richtet sich an Mitarbeitende der Hochschulen, die Wissenschaftler:innen zu OA beraten und Unterstützung bei der Beantwortung rechtlicher Fragen benötigen. Die gesammelten Antworten werden anschließend zentraler Bestandteil der kontinuierlich aufgebauten Wissensbasis. Ergänzt wird das Portfolio durch zahlreiche Vernetzungsaktivitäten in verschiedenen Gremien unter einer sich wandelnden Governance-Struktur der DH.NRW. Dies geschieht auf zahlreichen Kanälen und hat den Anspruch, verschiedensten Fachdisziplinen und Publikationskulturen gerecht zu werden.

Zwei weitere Programmbereiche (PB) des Gesamtprojektes sind in den Feldern Infrastruktur (PB2) und Monitoring (PB3) beschäftigt (s. ggf. separate Beiträge).

 

Workshop 11: Von Brocken und Sandkörnern – Hürden auf dem Weg zum Informationsbudget

Ort: Raum 158
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Astrid Orth1Agnieszka Wenninger2Margit Schön3Sascha Lauer4

1SUB Göttingen; 2Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF); 3Forschungszentrum Jülich, Germany; 4Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Jahr 2025 wird für das Thema Informationsbudget spannend, ist doch seitens des Wissenschaftsrates die flächendeckende Einführung von Informationsbudgets an den wissenschaftlichen Lehr- und Forschungseinrichtungen empfohlen. Eine Reihe von Projekten und Initiativen beschäftigt sich inzwischen damit. In vielen Papieren werden idealtypische Herangehensweisen vorgestellt und Vorgehensweisen empfohlen. In der Praxis stellen sich für alle an diesen Prozessen Beteiligten häufig sehr konkrete Fragen und nicht selten bauen sich zunächst hohe Hürden auf. Die Fokusgruppe Informationsbudget dient dem Austausch zu diesen praktischen Fragen: wie definieren wir ein Informationsbudget in der Praxis, wie kommuniziere ich das Thema an Entscheidungsträger:innen in meiner Einrichtung, auf welche technische Infrastruktur kann man aufsetzen und wie funktionieren Workflows und Prozesse für das Publikations- und Kostenmonitoring. Dazu werden im Mai 2024 Ergebnisse veröffentlicht. Ausgehend von diesen Überlegungen wollen wir für diesen Workshop zwei Fragen in den Vordergrund stellen:

  1. Welche konkreten Hürden haben Sie in Ihren Einrichtungen bei den Überlegungen zum Informationsbudget erlebt?
  2. Mit welchen Ideen und kreativen Ansätze kann man diese überwinden?

Der Workshop richtet sich an Kolleg:innen in Erwerbungsabteilungen und OA-Publikationsfonds der Bibliotheken, die bereits zumindest gedankliche Überlegungen zum Thema Informationsbudget mitbringen.

Am Anfang wird es aufgrund der erwünschten Vorkenntnisse keine Einführung in das Thema geben, sondern nur eine kurze Übersicht (max. 10 Minuten). Anschließend können sich alle Teilnehmenden in Form einer „geheimen Sammlung“ individuell und anonym ganz frei dazu äußern, an welchen Stellen erwartbare oder auch unerwartete Hindernisse bei der Bearbeitung des Themas aufgetaucht sind oder absehbar sind. Diese Elemente werden im Plenum gesammelt und gemeinsam in „Steinbrocken“ und „Sandkörnchen“ aufgeteilt. In jeweils zwei Gruppen werden dann entweder die unüberwindlich scheinenden großen oder die gemeinen kleinen Hürden bearbeitet und alle Lösungsideen auf Stellwänden festgehalten. In einer Ausstellungsrunde schauen sich zum Abschluss alle gemeinsam die Ergebnisse an und nehmen Ideen für die Umsetzung nach Hause mit.

 

Workshop 12: Wie kann gemeinschaftlich organisiertes und finanziertes Diamond Open Access gelingen?

Ort: Raum 154
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Juliane Finger1Lena Marie Henkes4Julian Schenke2Karin Stork3Marcel Wrzesinski4

1ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Germany; 2TIB Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften; 3Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum (KIM) Universität Konstanz; 4HIIG Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Diamond-OA-Zeitschriften und –publikationsinitiativen außerhalb großer Verlage sind von großem Wert für ihre wissenschaftlichen Communities und damit ein wichtiger Bestandteil eines fairen, inklusiven und bibliodiversen Open-Access-Ökosystems. Um erfolgreich und langfristig publizieren zu können, benötigen diese Zeitschriften und Initiativen einen belastbaren organisatorischen Rahmen und eine stabile Finanzierung. Hierfür bieten sich gemeinschaftliche Organisations- und Finanzierungsmodelle an, wie sich in den letzten Jahren gezeigt hat.

Im Workshop wollen wir bereits bekannte Hürden der organisatorischen und finanziellen Beteiligung an Diamond Open Access besprechen. Dafür greifen wir auf Erkenntnisse aus drei laufenden Projekten (KOALA-AV, ELADOAH, OLEKonsort) zurück und wollen diese in einem problem- und lösungsorientieren Workshopformat diskutieren. Für den Workshop sind u.a. folgende Fragen leitend, die auch für die Diskussion in den jeweiligen Kleingruppen wichtig sind:

1. Welche Risiken entstehen durch die gemeinschaftlich organisierte Publikation bei Diamond OA?

2. Welche Entscheidungshilfen für Bibliotheken mit Blick auf Konsortien gibt es?

3. Wie können bei begrenzten Mitteln verschiedene Initiativen gefördert werden?

4. Wollen Bibliotheken Teil von (fachlichen) Communities sein?

Der Workshop ist insbesondere für Herausgeber:innen von Zeitschriften, für Erwerbungsleitungen in Bibliotheken, für Fachreferent:innen und OA-Professionals geeignet (max. 30 Personen). Ziel des Workshops ist es, zentrale Knackpunkte bei der gemeinschaftlichen Publikation und Finanzierung von Diamond Open Access kennenzulernen, in Kleingruppen zu diskutieren und mögliche Lösungsansätze zu skizzieren. Damit liefert der Workshop Ansätze für Personen, die sich beispielsweise in Bibliotheken oder außeruniversitären Instituten für Diamond Open Access einsetzen wollen. Methodisch gliedert sich der Workshop in zwei Teile: Im ersten Teil präsentieren die Organisator:innen auf Grundlage ihrer laufenden Projekte vier zentrale Problembereiche bei gemeinschaftlich organisiertem und finanziertem Diamond Open Access. Die Teilnehmer:innen sammeln in Kleingruppen Ideen (Brainwriting), diskutieren diese dialektisch und bilden Thesen zur praxisnahen Lösung des Problems. Im abschließenden Plenum werden die Thesen vorgestellt, durch die Organisator:innen dokumentiert (Metaplanboards, Flipcharts) und nach dem Workshop in einem Blogbeitrag aufbereitet.

 

Workshop 13: Wissenschaftsblogs als Blaupause für das wissenschaftsgeleitete Open-Access-Publizieren

Ort: Raum 149
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Martin Fenner1Mareike König2Heinz Pampel3,4Ulrike Stockhausen5, Evin Dalkilic6

1Front Matter, Germany; 2Deutsches Historisches Institut Paris (Max Weber Stiftung), France; 3Humboldt-Universität zu Berlin, Germany; 4Helmholtz-Gemeinschaft, Germany; 5Max Weber Stiftung, Germany; 6Verfassungsblog, Germany

Die Zersplitterung der Social-Media-Landschaft und die Konzentration im Publikationsbereich verschaffen Wissenschaftsblogs als Instrumente der Selbstpublikation neuen Schwung. Sie haben ein hohes Potenzial, aktuelle Forschungsinhalte schnell und über die eigene Fachcommunity hinaus zu verbreiten und zu diskutieren. Gerade für Early Career Researchers ist diese Form der Open-Access-Wissenschaftskommunikation für die eigene Sichtbarkeit von großem Nutzen. Forschende haben daher ebenso wie Infrastruktur- und Gedächtniseinrichtungen ein Interesse daran, Wissenschaftsblogs als Open-Access-Publikationsformat zu unterstützen. Was aber können die einzelnen Akteure tun, um Wissenschaftsblogs in diesem Sinne zu stärken und weiterzuentwickeln?

Diesem Themenkreis ist der Workshop gewidmet, mit den Aspekten (1) workflowbezogene Basisdienste, (2) Vernetzungsdienstleistungen und (3) Reputationsmanagement. Basisdienste für Wissenschaftsblogs sind die PID-Vergabe einschließlich relevanter Metadaten, die Bereitstellung einer zentralen Volltextsuche in dezentral publizierten Blogs, die Bereitstellung der Inhalte in verschiedenen Formaten sowie die Langzeitarchivierung. Vernetzungsdienstleistungen beinhalten fachspezifische, aber auch interdisziplinäre Vernetzung. Eine besondere Herausforderung stellt das Reputationsmanagement von Wissenschaftsblogs dar, das sowohl über die genannten bibliothekarischen Dienste als auch über die Etablierung einer Autor:innen- und Leser:innenschaft und die Qualität der wissenschaftlichen Beiträge erfolgen kann.

Der Workshop richtet sich an Wissenschaftler:innen, Mitarbeiter:innen von Infrastruktureinrichtungen sowie an Professionals im Bereich Publikationsdienste, die digitale Wissenschaftskommunikation ermöglichen und betreiben.

Ziele des Workshops sind: ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von wissenschaftlichen Blogs als Instrument der Wissenschaftskommunikation zu schaffen, die Anerkennung ihres Beitrags zur Förderung einer offenen und nachhaltigen Wissenschaftskultur zu stärken und anhand der Erfahrungen der Teilnehmenden gemeinsam die Bedarfe für die Weiterentwicklung wissenschaftsgeleiteter Open-Access-Publikationsinfrastrukturen zu ermitteln.

Der Workshop nutzt die interaktive Methode des World Cafés. Hierbei diskutieren die Teilnehmenden Fragestellungen zu den drei Aspekten in Gruppen an verschiedenen Stationen im Raum. Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum gemeinsam erörtert. Als kollaborative Tools für Diskussion und Ergebnissicherung werden ein Yopad und das offene Brainstorming-Tool Flinga verwendet. Die Ergebnisse werden in einem gemeinsamen Blogpost aufbereitet und kommuniziert.

 

Workshop 14: Zentrale Infrastrukturen für das Journal-Hosting mit OJS – Wie geht es? Was braucht es?

Ort: Raum 147
Der Workshop ist ausgebucht. Wir planen eine Tauschbörse vor Ort. Details werden beizeiten bekanntgegeben.

Renate Voget1Ronald Steffen2, Michael Kleineberg2, Philip Gross1

1Hochschulbibliothekszentrum, Germany; 2Berlin Universities Publishing, Germany

Wer kümmert sich um das Hosting meines OA-Journals? Mit dieser Frage sehen sich viele Wissenschaftler:innen konfrontiert, die vorhaben, ein OA-Journal zu gründen oder mit ihrem Journal von dem Closed in den Open Access zu flippen.

Als zwei Akteure mit regionaler Ausrichtung bieten Berlin Universities Publishing (BerlinUP) und die Landesinitiative openaccess.nrw eine zentrale OA-Journal-Infrastruktur basierend auf der Software Open Journal Systems (OJS) an. Der Workshop wendet sich an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die OJS ebenfalls selbst hosten oder hosten wollen. In diesem kooperativen Workshop sollen Anforderungen im Hinblick auf zentrale Infrastrukturen definiert und Vorschläge erarbeitet werden, wie ein zentrales Journal-Hosting funktionieren kann. Folgende thematische Schwerpunkte werden adressiert, um eine strukturierte Erarbeitung von Ergebnissen zu ermöglichen: Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen Zentralisierung und Individualisierung, Workflows bei technischen Herausforderungen wie Wartungsfälle und Migrationen, Nachhaltigkeit von Supportstrukturen, Skalierbarkeit des Angebots im Hinblick auf technische wie personelle Ressourcen, Tragbarkeit des Servicekonzeptes.

Nach einer Begrüßung und Einleitung zur Zielsetzung des Workshops wird der Arbeitsauftrag an die Teilnehmenden formuliert:

Die Teilnehmenden sollen sich eigenständig in Kleingruppen aufteilen und interaktiv zu den o.g. thematischen Schwerpunkten austauschen. Ihre Notizen können sie an Pinnwänden visuell festhalten.

Im Anschluss präsentiert eine Kleingruppe nach der nächsten ihre Ergebnisse. Ergänzend dazu stellen BerlinUP und openaccess.nrw ihre Lösungsansätze und Workflows vor, bieten Einblicke in ihre Kooperationsmodelle und die Koordination ihrer Aufgabenbereiche auf fachlicher wie auf technischer Ebene.

Diese Impulse sollen einer moderierten Diskussion zur Evaluation der Ergebnisse dienen: Welche Herausforderungen gibt es? Wie wird diesen in Berlin, in NRW oder an anderen Standorten im deutschsprachigen Raum begegnet? Welche übergeordneten Bedarfe lassen sich daraus ableiten?

Parallel soll begonnen werden, die identifizierten Anforderungen und Bedarfe zu dokumentieren.

Die daraus resultierende Handreichung wird im Sinne eines Anforderungskataloges zur Standardisierung solcher Dienste neuen Anbietern und Services als Hilfestellung dienen. Sie wird im Nachgang zu dem Workshop auf Zenodo veröffentlicht werden.

 

19.30–23.00

Konferenzdinner

Ort: Gasthaus Wagenhalle
Informationen zur Anfahrt: https://www.wagenhalle.de/
Das Konferenzdinner ist ausgebucht. Wir planen derzeit eine Art "Schwarzes Brett" vor Ort anzubieten, über das nicht benötigte Karten weitergegeben werden können.